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Aktuelles im Detail

Stadtführung in Reutlingen

Menschen mit Behinderung zeigen ihre Stadt

Rap, Tanz und Theater: Ein Werkstatt-Team der BruderhausDiakonie begeistert mit der Erlebnis-Stadtführung „Auf dem Weg“.

Eine inklusive Stadtführung mit kreativem Konzept.

Eine inklusive Stadtführung mit kreativem Konzept.

Außergewöhnliche Einblicke ins Reutlinger Geschehen bietet der neue Stadtspaziergang „Auf dem Weg“: Beschäftigte der BruderhausDiakonie-Werkstätten, allesamt Menschen mit Behinderung, machen ihre Sicht auf die Stadt lebendig.

Am 9. Dezember war die Gruppe erstmals unterwegs, unübersehbar mit ihren knallgelben Warnwesten und leuchtenden Taschen. Die Neu-Stadtführer und -führerinnen der BruderhausDiakonie brachten ihren Gästen die Stadt dabei auf kreative Weise näher: Mal lauschten die Zuschauerinnen und Zuschauer einem Rapgesang, dann wieder ließen die Stadtführer und -führerinnen ihre Texte mit Schauspiel, Tanz und Tafeln lebendig werden.

Stadtführung der besonderen Art

Das abwechslungsreiche Konzept ging auf: Nach dem kurzweiligen Spaziergang gab es Lob und Anerkennung von allen Gästen. Begeistert zeigte sich etwa Werkstatt-Mitarbeiterin Gertrud Meuth: „Ich lebe seit 30 Jahren hier, aber ich habe nochmal einen ganz neuen Blick auf Reutlingen gekriegt.“ Meuth hatte letztes Jahr die Idee für die Stadtführung an ihren Arbeitsplatz mitgebracht, inspiriert von einem ähnlichen Angebot in Stuttgart.

Für die Stadtführer und das Organisationsteam waren die positiven Rückmeldungen ein toller Lohn für ihre monatelangen Vorbereitungen. Seit März hatten sie in Stadtbücherei und -archiv geforscht und Lieblingsorte erkundet. Außerdem feilten die Gruppenmitglieder in der Literaturwerkstatt der Werkstätten an den Texten, berichtet Projektleiterin Anita Gauß: „Wir haben von Null an alles miteinander überlegt.“

Engste Straße der Welt nachgebaut

Mit zwei Probeterminen pro Woche und in enger Zusammenarbeit mit Enrico Urbanek, dem Intendanten des Theaters Die Tonne, bereitete sich die Gruppe mehrere Monate vor. Dabei bewies sie Einfallsreichtum: Bei schlechtem Wetter wurde die engste Straße der Welt kurzerhand nachgebaut, um die dortige Szene einzuüben.

Außerdem kamen unentdeckte Talente zum Vorschein: begabte Vorleser, gute Einzähler, sonore Stimmen. Anita Gauß beobachtete auch, dass die Menschen mit Handicap immer selbstständiger wurden. So bewältigte die Gruppe den Weg von der Werkstatt zum Theater ohne Begleitung. Doch der hohe Bedarf an Assistenz und personeller Unterstützung bleibt, ohne den die Stadtführer „auf dem Weg“ nicht arbeiten können.

Nach der erfolgreichen Premiere hoffen alle Beteiligten auf weitere Auftritte. Die Förderung durch das Land im Rahmen von „Impulse Inklusion“ ist inzwischen ausgelaufen. Spenden sind willkommen – und natürlich möglichst viele weitere Gäste, die mit der Stadtführer-Gruppe auf Entdeckungsreise gehen möchten.

Info: Interessierte können eine Führung bei Anita Gauß buchen (Tel. 07121/278 581 oder Mail Anita.Gauss(at)bruderhausdiakonie.de)

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